Steuerberaterverband Thüringen e.V.
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Änderungen im April 2022: Das ist neu für Verbraucher und Betriebe

Für Beschäftigte im Baugewerbe steigt der Tariflohn, das Statusfeststellungsverfahren wird neu geregelt und die Corona-Regeln fallen: Wichtige neue Gesetze und Änderungen im April 2022 – hier im Überblick.

Ein erneuter Monatswechsel steht an. Wichtige Änderungen im April 2022 kommen auf Verbraucher und auf Betriebe im Handwerk zu. So steigt etwa für Beschäftigte im Baugewerbe der Lohn und auch Zeitarbeiter dürfen sich über mehr Geld freuen. Die wichtigsten Gesetze, Neuregelungen und Fristen hat die Deutsche Handwerks Zeitung in diesem Überblick zusammengefasst:

1. Mehr Lohn für Beschäftigte im Baugewerbe
Beschäftigte im Bauhauptgewerbe erhalten zum 1. April eine Lohnerhöhung. Dies sieht der Tarifvertrag 2021 vor. Demnach erhalten im Westen beschäftigte Arbeitnehmer eine Lohnerhöhung von 2,2 Prozent und im Ostern beschäftigte Arbeitnehmer eine Lohnerhöhung von 2,8 Prozent.

2. Scheinselbstständigkeit: Änderungen im April 2022 beim Statusfeststellungsverfahren
Um zu prüfen, ob ein Auftragnehmer rechtlich als Selbstständiger oder doch als Beschäftigter einzustufen ist, gibt es das Statusfeststellungsverfahren. Zum 1. April gibt es dazu Änderungen.

Diese betreffen § 7a SGB IV. Zusammengefasst gibt es im Wesentlichen die folgenden Neuerungen:

  • Feststellung des Erwerbsstatus (selbstständig oder beschäftigt) anstelle der Versicherungspflicht
  • Mündliche Anhörung im Widerspruchsverfahren
  • Mögliche Statusfeststellung bereits vor Beginn eines Auftragsverhältnisses mittels einer Prognoseentscheidung
  • Gruppenentscheidung: Statusfeststellung für mehrere, gleiche Vertragsverhältnisse
  • Statusprüfung auch für Vertragsverhältnisse, an denen mehr als zwei Parteien beteiligt sind

Weitere Informationen

Abrufseminar "Änderungen im Statusfeststellungsverfahren ab dem 01.04.2022"

3. Mindestlohn für Zeitarbeiter steigt
Zeitarbeiter bekommen eine neue Lohnuntergrenze. Der mit 10,45 Euro bundeseinheitlich definierte Mindestlohn steigt zum 1. April 2022 auf 10,88 Euro.

4. Kapitalpuffer für Immobilienkredite
Für Banken gilt ab 1. April ein zusätzlicher Kapitalpuffer, mit dem Wohnimmobilien-Kredite abgesichert werden müssen. Damit werden Darlehen zusätzlich zu den ohnehin gestiegenen Zinsen tendenziell teurer.

5. Frist für Antrag auf Dauerfristverlängerung
Wer zur Abgabe vierteljährlicher Umsatzsteuer-Voranmeldungen verpflichtet ist, müsste die Umsatzsteuer-Voranmeldung für das erste Quartal 2022 eigentlich bis zum 10. April 2022 elektronisch ans Finanzamt übermitteln und die Zahlung bis zu diesem Tag leisten. Doch die Abgabe und die Zahlung kann um einen Monat hinausgezögert werden. Dafür muss am 10. April statt der Umsatzsteuer-Voranmeldung ein Antrag auf Dauerfristverlängerung übermittelt werden. Stimmt das Finanzamt zu, müssen die Umsatzsteuer-Voranmeldungen immer erst einen Monat später ans Finanzamt übermittelt werden, als gesetzlich vorgeschrieben. Auch die Zahlung ist dann erst immer einen Monat später fällig.

6. Umzugspauschale steigt
Wer aus beruflichen Gründen umzieht, profitiert ab 1. April von einer höheren Umzugspauschale bei der Steuererklärung. Das Bundesfinanzministerium hat die Umzugspauschalen erhöht. Damit gelten die folgenden Sätze:

  • Pauschale für Singles: 886 Euro
  • Pauschale für Verheiratete und Lebenspartner: 1.476 Euro
  • Erhöhungsbetrag für Kinder und sonstige Angehörige: 590 Euro

Weitere Informationen

7. Erste Frist zur Eintragung ins Transparenzregister Ende März 2022 ausgelaufen

Um Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung effektiver zu bekämpfen, wurde in Deutschland ein sogenanntes Transparenzregister verpflichtend eingeführt. Deutsche Unternehmen haben wiederum die Pflicht, sich in dieses einzutragen. AG, SE und KGaA hatten bis 31. März 2022 Zeit, sich in das Transparenzregister einzutragen. Für UGs und GmbHs gilt eine Frist bis zum 30. Juni, für OHGs und KGs bis 31. Dezember 2022.

Stand: 30.03.2022

Quelle: DHZ